E-RechnungsformatXRechnung Guide
XRechnung – der deutsche E-Rechnungs-Standard
XRechnung ist der deutsche XML-Standard für elektronische Rechnungen nach EN 16931 – Pflicht für Rechnungen an Bundes- und Landesbehörden, zulässig im B2B. Hier erfahren Sie alles zu Versionen, UBL vs CII, Pflichtfeldern, Leitweg-ID und dem Unterschied zu ZUGFeRD.
GrundlagenDefinition
Was ist XRechnung?
XRechnung ist der deutsche Standard für strukturierte elektronische Rechnungen im XML-Format. Entwickelt wurde er von der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) im Auftrag des IT-Planungsrats. XRechnung ist die deutsche CIUS (Core Invoice Usage Specification) der europäischen Norm EN 16931 – sie nutzt die europäischen Geschäftsregeln und ergänzt sie um deutsche Spezifika.
Seit dem 27.11.2020 müssen alle Rechnungen an Bundesbehörden als XRechnung oder ein gleichwertiges Format (z.B. ZUGFeRD EN 16931) eingereicht werden. Seit dem 01.01.2025 ist XRechnung zudem im B2B als E-Rechnung zulässig und wird schrittweise verpflichtend (2027 für Unternehmen über 800.000€ Umsatz, ab 2028 für alle).
Technisch ist eine XRechnung eine XML-Datei in einer von zwei Syntaxen: UBL (Universal Business Language) oder CII (Cross Industry Invoice). Beide bilden denselben EN-16931-Datenkern ab, unterscheiden sich aber in Namespace und Element-Struktur.
Kurzfassung
XRechnung = deutscher XML-Standard für E-Rechnungen nach EN 16931, entwickelt von KoSIT. Pflicht für Bundesbehörden, im B2B zulässig und schrittweise Pflicht. Zwei Syntaxen: UBL und CII.
HistorieVersionen
XRechnung-Versionen im Überblick
Die KoSIT veröffentlicht XRechnung halbjährlich. Für Neuerstellungen wird die aktuelle Version empfohlen, ältere werden übergangsweise akzeptiert.
| Version | Erschienen | Status | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| XRechnung 3.0 / 3.0.1 | 2023–2024 | Aktuell | Aktuelle Hauptversion. Inklusive Wartungsrelease 3.0.1 (2024) mit Präzisierungen. Von Bundesbehörden vorzugsweise erwartet. |
| XRechnung 2.3 | 2023 | Übergang | Zwischenversion mit kleineren Erweiterungen. Wird noch akzeptiert, sollte aber nicht neu eingeführt werden. |
| XRechnung 2.2 | 2022 | Alt | Frühere Version. In den meisten Portalen noch akzeptiert, Auslauffrist unklar. |
| XRechnung 2.0 / 2.1 | 2021–2022 | Legacy | Die erste stabile XRechnung-Familie. Für Neuerstellung nicht mehr empfohlen. |
Offizielle Versions-Historie: KoSIT XRechnung Versionen
SyntaxenUBL vs CII
XRechnung UBL vs. CII – was ist der Unterschied?
XRechnung kommt in zwei XML-Syntaxen, die inhaltlich gleichwertig sind, sich aber in Namespaces und Element-Struktur unterscheiden.
UBL
Universal Business Language. OASIS-Standard, Basis für das Peppol-BIS-Billing-3.0 Format.
- Wurzel-Element:
<ubl:Invoice> - Präfixe
cbc:/cac: - International (Peppol) verbreitet
- Eher verbose, aber gut lesbar
CII
Cross Industry Invoice. UN/CEFACT-Standard, Basis für ZUGFeRD.
- Wurzel-Element:
<rsm:CrossIndustryInvoice> - Präfixe
ram:/udt: - In Deutschland historisch verankert
- Kompakter, stärker verschachtelt
Was wählen? Für Bundesbehörden sind beide gleichwertig. Für internationale B2B-Rechnungen via Peppol ist UBL Pflicht. Unser Konverter erzeugt standardmäßig CII (da in Deutschland am häufigsten), auf Wunsch auch UBL.
Ein konkretes Code-Beispiel beider Syntaxen findest du auf /e-rechnung-beispiel →
EN 16931Pflichtfelder
XRechnung Pflichtfelder & BT-Codes
Die EN 16931 definiert über 160 BT-Codes ("Business Terms"). Hier die wichtigsten Pflichtfelder einer XRechnung.
AbgrenzungFormat-Vergleich
XRechnung vs. ZUGFeRD – was ist der Unterschied?
XRechnung
- Reines XML (UBL oder CII)
- Keine PDF-Ansicht — Viewer nötig
- Deutsche CIUS der EN 16931
- Pflicht für B2G (Bund + Länder)
- Optimal für automatisierte Systeme
ZUGFeRD
- Hybrid: PDF + eingebettetes XML
- Menschen- und maschinenlesbar
- 5 Profile (MINIMUM bis EXTENDED)
- Ideal für B2B mit gemischten Partnern
- International als Factur-X kompatibel
ZielgruppenWer braucht XRechnung?
Für wen ist XRechnung verpflichtend?
Rechnungen an Bundesbehörden (seit 27.11.2020)
Alle Lieferanten von Bundesbehörden müssen XRechnung-konforme Rechnungen einreichen. Ausnahmen: nur Kleinbetragsrechnungen unter 1.000 € und direkte Aufträge aus dem öffentlichen Bereich.
Landes- & Kommunalbehörden (länderabhängig)
Die meisten Bundesländer haben XRechnung ebenfalls als Pflichtformat eingeführt (oft mit eigenem Portal wie eRechnung.Bayern oder service-bw.de). Prüfen Sie die Anforderungen Ihres Bundeslands.
B2B-Empfang seit 01.01.2025
Jedes in Deutschland ansässige Unternehmen muss seit 2025 E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD EN 16931/EXTENDED) empfangen können. Der aktive Versand wird schrittweise Pflicht: 2027 ab 800.000 € Umsatz, 2028 alle.
Keine Pflicht: Rechnungen an Privatpersonen (B2C)
XRechnung ist nicht für Privatkunden gedacht. Hier bleiben PDF- und Papier-Rechnungen zulässig. Erst wenn der Empfänger ein Unternehmen ist, greift die B2B-Pflicht.
PraxisWorkflow
XRechnung in der Praxis: Erstellen, Prüfen, Öffnen
XRechnung erstellen
PDF-Rechnung hochladen, Daten prüfen, XRechnung (UBL oder CII) herunterladen. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum KonverterXRechnung validieren
Gegen den offiziellen KoSIT-Standard und EN 16931 prüfen. Detaillierte Fehler-Erklärungen und Lösungsvorschläge.
Zum ValidatorXRechnung öffnen
XML-Rechnung im Browser anzeigen als menschenlesbare Rechnung mit allen Feldern nach EN 16931.
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Steuerberater-GuideOffizielle Rechtsquellen
Gesetze, Normen und offizielle KoSIT-Spezifikation
- § 14 UStG (Ausstellung von Rechnungen)
- § 14a UStG (Zusätzliche Pflichten bei E-Rechnungen)
- § 14b UStG (Aufbewahrung von Rechnungen)
- Wachstumschancengesetz (Bundesgesetzblatt 2024)
- KoSIT XRechnung (offizielle Spezifikation)
- EN 16931 (Europäische Norm)
Diese Seite ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.
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